“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt.” sagte einmal der Deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt und meinte dabei nicht “Vision”, sondern wohl eher “Halluzination”. Halten wir uns für einen Moment an die nützlichere Definition, nämlich dass eine Vision ein anspruchsvolles Ziel für die nächsten zwei bis fünf Jahre darstellt.
Warum ist das wichtig? Gute Frage!
Ob Sie privat für Ihr Leben oder für die nächsten drei Jahre eine Vision haben, geht nur Sie und Ihre Familie etwas an. Die meisten Menschen verbringen ihr gesamtes Leben komplett visionslos. Keine Vision, keine Inspiration, stattdessen eine endlose Kette von Reaktionen auf äussere Umstände. Für mich eine Verschwendung des Lebens.
Richtig kritisch wird es, wenn es um eine Organisation geht, manchmal mit hunderttausenden von Mitarbeitern. Sie werden getrieben vom Umfeld anstatt es zu bestimmen. Die Mitarbeiter machen ihre Arbeit, sehen aber keinen übergeordneten Sinn (was man dann oft mit höherer Bezahlung auszugleichen sucht, die nachgewiesenermassen zu noch geringerer Produktivität führt). Am Ende verstehen nicht einmal die Kunden, warum es dieses Unternehmen noch braucht.
Die Vision ist wichtig, weil
- sie die Führungskräfte zwingt, sich auf das wichtigste strategische Ziel zu einigen (oft ein schmerzhafter Prozess) und
- den Mitarbeitern auf einfache Art eine Richtung vermittelt.
Was ich immer wieder beobachte: Selbst gestandene Führungskräfte tun sich äusserst schwer mit Visionen. Wichtig: Eine Vision muss KONKRET sein. Was wollen wir wo wann erreicht haben? Denn ansonsten haben Sie tatsächlich eine Halluzination und sollten lieber zum Arzt (der “Berater” heisst im Geschäftsleben). Viele haben es tatsächlich bitter nötig.