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Über Stuttgart und andere Fallen

28 Nov

Ist das die Mehrheit?

Die Volksinitiative in Baden-Würtemberg zum Baustopp des Stuttgarter Bahnhofs wurde klar abgelehnt. Und das, obwohl über Monate ganz klar die Gegner alle Nachrichten dominierten und man leicht den Eindruck bekommen konnte, dass diese deutlich in der Mehrheit sind.

Ich enthalte mich jeglicher politischer Bewertung, doch gibt es einige interessante Quer-Gedanken zu anderen Bereichen.

  • Ergebnisse überraschen sehr oft, wenn man die Leute wirklich neutral befragt. Manager wundern sich immer wieder, dass ihre Strategie nicht verstanden wird, dass das Leadership Team als ein hoffnungsloser Fall von den Mitarbeitern angesehen wird, ohne Vision und klare Richtung, dass die Leistungsbewertung eben nicht als gerecht empfunden wird, dass Prozesse in der Realität einfach nicht funktionieren, trotz des tollen und teuren IT Systems, usw. usw.
  • Wenn man immer nur die gleichen hört, wird die Lage falsch eingeschätzt. Das ist einer der häufigsten Fehler von Vorständen und anderen Führungskräften: Sie fragen überhaupt nur die besonders wichtigen Mitarbeiter, “High-Potentials” und andere. Die Realität sieht in der Wahrnehmung der Mehrheit oft anders aus.
  • Man sagt Wahrnehmung ist Realität (“Perception is reality”), aber die gesamte Realität ist eben nur die Wahrnehmung der meisten, nicht einer Minderheit, auch wenn diese lauter sind.
  • Wenn man Ziele durchsetzen will, ist es nicht immer ratsam, alle zu befragen. Es kann moralisch besser sein, aber eben nicht immer zielführend.

Wenn Sie als Führungskraft etwas in ihrem Unternehmen verbessern wollen, dann

  • haben Sie eine klare Strategie, die von anderen verstanden wird und dadurch auf weniger Widerstand und viel Zustimmung stösst,
  • fragen Sie täglich mindestens einen Mitarbeiter, mit dem Sie sonst nichts zu tun haben, direkt nach Verbesserungen,
  • laufen Sie nicht den neuesten Trends hinterher, sondern bestimmen eigene,
  • glauben Sie keiner “übermittelten Wahrheit” in Form von PowerPoints oder ähnlichem (die stimmen fast nie und täuschen eine Schein-Wirklichkeit vor),
  • sind Sie offen bei unerwarteten Ergebnissen.

Ich wünsche eine spannende und realitätsnahe Woche.