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Wenn Steve Jobs ein Banker wäre

8 Okt

Steve Jobs hat die Computerwelt revolutioniert. Sein grösstes Verdienst ist, dass er eine trockene Technik mit positiven Emotionen verband. Mit all den Geräten wie iPhone, iPad, iPod, die keiner wegen der Technik, aber alle wegen der Emotionen kaufen.

Was wäre passiert, hätte Steve Jobs im Bankensektor angefangen? Vielleicht dies:

  1. Er hätte festgestellt, dass Bankprodukte emotionslos, kompliziert und schwer verständlich sind. Die meisten Angebote sind auch noch sehr unattraktiv in Bezug auf das Ergebnis, das man damit erzielt. Die Kundenbetreuung der meisten Geschäftsbanken ist schlecht bis verbesserungsbedürftig. Kaum einer verbindet Spass mit dem Gang zur Bank.
  2. Er hätte Produkte kreiert, die einfach verständlich sind, Spass machen, und die es nur in wenigen Varianten gibt. Die Performance könnte ruhig etwas schlechter sein als bei Vergleichsprodukten. Aber sie werden verstanden!
  3. Er hätte durchgehende kundenorientierte Prozesse entworfen: vom ersten Kontakt mit der “Apple-Bank” bis zum hundertsten Kauf bekommt man das gleiche konsistente Kauferlebnis: Einfach, schick, funktionierend, intuitiv. Keine kleingedruckten Paragraphen, keine zehn Unterschriften, keine verwirrende Produktvielfalt. Aber eine Servicehotline, die rund um die Uhr Fragen beantwortet.
  4. Er hätte Bank-Shops gestaltet, in denen es Spass macht, einfach nur hineinzugehen und zu schauen. In denen hochmotivierte Mitarbeiter den Kunden oder Interessenten bereits am Eingang begrüssen und fragen, was sie tun können. Wenn man eine Verabredung hat (“Genius Bar”!), leiten die Mitarbeiter den Kunden zum korrekten Ansprechpartner weiter.
  5. Er hätte bei allem den Staub entfernt. Einfache, freundliche Mitarbeiter, hundertprozentig überzeugt von ihrem Unternehmen, einfache, Spass machende Produkte, hohe Qualität, Emotionen.

P.S. Man stelle sich die Inszenierung eines neuen Finanzproduktes vor: hunderte Fans kampieren die Nacht vorher vor dem Eingang des “Apple-Bank-Shops”, um die ersten zu sein, die ihr Geld mit dem neuen Angebot anlegen können. Beim Herausgehen wedeln sie triumphierend mit dem neuen Anlagezertifikat.

Unvorstellbar? Unrealistisch? Dann fragen Sie sich: Wie realistisch schien Ihnen genau dieses Phänomen mit Computern von IBM und Dell?

Wo ist der Steve Jobs der Banken?

Das wahre Verdienst von Apple

15 Sep

Vor Steve Jobs’ Rückkehr zu Apple waren Computer ernsthaft. Gut für das Geschäft. Ohne Emotionen. Wer privat einen Computer benutzte, hatte ernsthafte Absichten: Lernen, arbeiten, etwas erreichen. Wer Spass haben wollte, kaufte sich eine Spielkonsole.

Mit dem ersten iMac brachte Jobs den Spass zu den Computern zurück. Die ersten iMacs hatten eine schlechtere Performance und waren teurer als vergleichbare Computer. Aber sie waren eben nicht nur Computer, sondern Geräte, die Emotionen weckten.

Macbook, iPod, iPhone, iPad steigerten die emotionale Seite im wilden Crescendo. Fast niemand kauft ein Apple-Gerät wegen der Technik. Fast alle kaufen es wegen der Emotionen, wegen Spass, wegen Erlebnis. Und weil sich dann auch ernsthafte Aufgaben leichter erledigen lassen.

Der Siegeszug von iPhone und iPad in der Geschäftswelt haben auch die Emotionen mit zurückgebracht in die Chefetagen. Das ist der wahre Paradigmenwechsel: IT kann Spass machen! Wer hätte das gedacht!

Wenn Sie Führungskraft in einem Unternehmen sind, dann fragen Sie sich, wieviel Spass Sie Ihren Mitarbeitern und Kunden bringen. Was tun Sie, um ernsthafte Aufgaben mit positiven Emotionen zu verbinden?

Es bleibt zu hoffen, dass Apple viele Nachahmer in anderen Branchen findet. Ich warte immer noch auf dieselbe Revolution bei den Banken, den Universitäten, den Maschinenbauern.